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Agua Futuro - Integrierte Wasserressourcen-Modellierung
Risiken und Anpassungsstrategien in den Anden Perus


Wasserressourcen spielen eine fundamentale Rolle für Gesellschaft und Ökosysteme. Das Hochgebirge mit Gletschern, Schnee, Permafrost und Seen reagiert besonders sensibel auf klimatische Veränderungen, welche starke Auswirkungen auf den Wasserabfluss und -kreislauf haben können. Eine beträchtliche Anzahl von Studien hat sich bereits mit Auswirkungen des Klimawandels auf Gletscher, Schnee und Abfluss auseinandergesetzt. Andererseits wurden auch einzelne Vorschläge für Anpassungsstrategien für sich ändernde und abnehmende Wasserressourcen erarbeitet. Die systematische Analyse von Risiken im Zusammenhang mit verschiedenen Einflüssen auf Wasserangebot und –nachfrage ist jedoch komplex und bisher wenig behandelt worden. Eine besondere Herausforderung sind Gebirgsregionen, die stark betroffen sind aber kaum über ausreichende Datengrundlagen verfügen.

Dieses Forschungsprojekt geht diese Herausforderung an, indem verschiedene interdisziplinäre Forschungsgruppen in der Schweiz, Deutschland und Peru zusammen arbeiten und Daten zu Wasserangebot und –nachfrage in einem integrierten Wasserbilanzmodell kombinieren. Die Arbeiten konzentrieren sich auf verschiedene vergletscherte Einzugsgebiete in den peruanischen Anden. Entwickelt und angewandt werden Methoden zur räumlich-zeitlichen Interpolation und Skalierung von hydro-klimatischen Daten aus verschiedenen boden- und satellitengestützten Quellen. Parallel dazu werden mittels der Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB) Szenarien mit lokalen Akteuren erarbeitet. Risiken für verschiedene ökonomische Sektoren und soziale Gruppen werden explizit analysiert und dabei Grenzen der Anpassungsfähigkeit von natürlichen und menschlichen Systemen berücksichtigt. Risikoevaluation sowie Erarbeitung und Evaluation von möglichen Anpassungsstrategien werden in einem partizipativen Prozess erarbeitet, bei dem die lokalen Stakeholder involviert werden.

Das Forschungsprojekt nimmt sich gezielt wissenschaftlichen Lücken im Bereich von aktuellen und zukünftigen Wasserrisiken in entlegenen Gebirgsregionen mit beschränkter Datenlage an. Entsprechende Methoden und Konzepte werden zwar für die peruanischen Anden entwickelt und getestet, können aber auch in anderen Regionen der Welt mit ähnlichen Randbedingungen angewandt werden. Der Einbezug von lokalen Akteuren und Institutionen ermöglicht einerseits eine bessere Berücksichtigung des gesellschaftlichen und politischen Kontexts und erhöht andererseits die gesellschaftliche Relevanz und Potenzial der Weiterverwendung der Forschungsresultate.

Projektpartner sind die Universität Zürich (GIUZ, Koordinator) und das IWS Universität Stuttgart.








Projektförderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektlaufzeit: September 2016 – August 2019
Mitarbeiter: Christian D. León
Ansprechpartner: Christian D. León
(christian.leon(a)zirius.uni-stuttgart.de)
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